Samy Deluxe – Dis wo ich herkomm

27. Mai, 2009 

samydiswoichherkomm

Samy Deluxe - Dis wo ich herkomm

“Es geht los oder? Nochwas?”, “Und ausserdem mein Papa ist Samy Deluuuuuxe!” Samy Deluxe, der Big Baus, ist mit seinem mittlerweile dritten Soloalbum, nach 5 Jahren, zurück. Und er hat sich geändert, er ist nicht nur erwachsener geworden, sondern auch der Sound seiner neuen Platte “Dis Wo Ich Herkomm”, zeigt einen einzigartigen, neuen Style.

Gleich Im Intro will Samy trotzdem kurz klarstellen, dass er, egal wie erwachsen diese Album auch sein wird, immernoch “fresher als der Rest ist, besser als der Beste/ und wie es aussieht der allerletze Rapper mit ner Message”. So siehts aus. Es ist ein sehr persöhnliches, nahes Album geworden. Viele Texte über die Familie und seine eigenes Leben, so erfährt man zum beispiel, dass Sam schon einmal seinen Vater im Sudan besucht hat und wie er zum ihm steht, wie es seinem Sohn damit geht schwarz zu sein oder über die Pronohefte seines Cousins, die er bei seiner Oma gefunden hat. Bei jedem Rapper würde man über solche Texte schmunzeln, doch hier klingt es einmalig und unglaublich gut. Verrückt, dieser Samuel Sorge. Nein, Sorry, Samy Sorge, das heißt nämlich der Durchgeistigte und kommt aus dem Arabischen. Das erzählt uns Samy auf dem wahrscheinlich persöhnlichstem Track den er je gemacht hat, “Wer Ich Bin”. Man spürt richtig wie sich der Wickeda MC sich fühlt, zwischen arm und reich, hart und weich, schwarz und weis, dumm und schlau, alt und jung.

Das Album hat einen sehr großen musikalischen Einfluss, was aber nicht stört, sondern dass Gesamtbild nur noch besser erlingen lässt. Auf Vatertag, rechnet er mal eben mit allen drei Vätern ab (Leiblicher, Staat, Gott), während er sich auf “Wir Sind Keine Kinder Mehr” selbst darauf hinweist, jetzt die Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen. Den ganzen Longplayer, fühlt man Samy. Man fühlt was er sagen will, man fühlt seine Gedanken, man fühlt die Musik. Und auf “Erster” zeigt Samy dann auch noch kurz, dass er dass batteln nich verlernt hat, man meint sogar, ein paar Lines gegen Manuellsen zu hören. Auf “Stumm (Xenja)” hört man auch nochmal, den Weck Mich Auf-Samy Deluxe, Nur besser gelaunt.

Die Reggaesongs lassen einen einfach mal wieder kurz abschalten, und bei “Blick Nach Vorn” wird wahrscheinlich kein Mensch mehr sagen können, dass er dabei kein gites Gefühl hat. Mit “Deshalb” erklärt er nochmal kurz warum er dieses ganze Ding hier macht, “Man, dies ist Mein Leben, dies sind mehr als Songs die ich schreib/ Ich muss den Vibe einfach nur fühln, die Worte komm von allein.” Und wir fühlen ihn auch. Einmalig und so noch nie dagwesen. Nur, das Outro, Sprech wie ich Sprech, scheint mit einem etwas einfallslosen Text, der einzige Kritikpunkt zu sein.

Fazit: Das wars dann auch. “Dis Wo Ich Herkomm” ist rundum ein Meisterwerk. Es ist kein Hiphop oder Reggae. Es ist einfach Samy. Und ab und zu meint man sogar, den alten Samsemilia wieder rauszuhören. Doch nach dem kompletten durchören des Tapes, will man den gar nicht mehr. Man will diesen Samy Sorge von heute. Den, der erwachsen geworden, aber immer noch genauso verspielt ist. Dieses Album verändert Rapdeutschland, wenn nicht sogar das richtige Deutschland. Ein Dritter Chartplatz, ist zwar gut, aber dieses Album hätte mehr verdient. Doch darum geht es Sam wahrscheinlich auch gar nicht. Jetzt heißt es abwarten, auf Samys Buch & seine TV-Show. Sam is back, besser den je. “Ich hab auch keine Ahnung, was das für ne Musikrichtung ist, aber es fühlt sich verdammt gut an.”.

Bewertung:

Review von Niklas M.