Graffiti August 2009 – Writer Zark One
1. August, 2009
Bisher haben wir im Magazin nur 2 Städte mit ihren Graffitis präsentiert. Diesmal haben wir einen Writer für euch – der Junge aus Nordrhein – Westfalen mit dem Writername Zark One wird über die Szene – seine Motive – seinen Stil und andere Sachen über Graffitis berichten.
Also checkt das Interview ….
[FLASHBACKMAG]
Hi, Du bist nun der 1. Writer in unserem MAG – Stolz?
Es ist natürlich eine Ehre für mich dass ausgerechnet ich der erste Writer in eurem Mag bin. Wenn ich jetzt mal 3 Jahre zurück denke, also an die Zeit in der ich angefangen habe mich mit Graffiti zu befassen, bin ich schon stolz auf mich selber. Ich hätte nie gedacht dass ich es mit meiner Malerei mal in ein Hip Hop Mag schaffe.
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Kommen Wir gleich mal zum Thema – Du kommst aus Aachen. Wie würdest du die Graffiti – Szene dort beschreiben?
Ich würde sagen dass die Aachener Graffiti Szene ihre Hochzeiten hinter sich hat. Das war noch vor meiner Zeit, sodass ich die Pieces von damals fast nur von Fotos kenne. Vor ca 10 Jahren fuhren noch regelmäßig vollgebombte Trains in den Aachener Hbf ein, was heute noch genügend Fotos dokumentieren. Mittlerweile gibt es in Aachen vielleicht noch 5 aktive Crews, von denen man regelmäßig neue Werke betrachten kann. Viele der alten Generation haben sich dem Auftragsmalen zu gewand und betreiben Graffiti nur noch nebensächlich. Ich muss aber sagen dass ich das Gefühl habe dass die Anzahl der Writer in Aachen im letzten Jahr wieder zu genommen hat.
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Und wie würdest du deinen eigenen Style beschreiben?
Mein Style reicht von Oldskool Bubble Lettern bis hin zu Pieces im Newskool lock. Ich selber muss sagen dass ich voll auf den Oldskool- Scheiss stehe. So habe ich mich sehr lange an Cope und Can Two orientiert.-
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Graffiti ist in Deutschland von vielen gehasst. Viele sehen es als Verschmutzung an und nur wenige sehen die wirkliche Kunst und Arbeit dahinter – Wie trittst du „Gegner” gegenüber – die wissen das du sprayst aber Graffitis verurteilen?
Ich denke mir dass diese Leute einfach keine Ahnung haben. Ich glaube wer einmal versucht hat mit ner Can irgendwas an die Wand zu malen, der weiß das zu schätzen was die Writer produzieren. Diesen Leuten ist einfach nicht bewusst wie viel Arbeit und Training dahinter steckt ein sauberes Piece an die Wand zu malen. In meinem Bekanntenkreis habe ich aber gemerkt dass meine Arbeiten mit der Zeit von immer mehr Personen akzeptiert und geschätzt werden, und sich deren Einstellung gegenüber Graffiti grundlegend geändert hat.
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Durch Filme wie “Whole Train” wurde Graffiti um einiges bekannter und viel mehr wollten auf einmal selbst mal sprayen gehen, aber leider unterscheiden sich manchmal perfekte Meisterwerke zu einfach nur irgendwelchen sinnlosen Tags – Würdest du sagen, wenn da draußen nur Writer mit hohen Skillz wären und die Wände/Trains oder sonstige Sachen nur mit perfekten Tags voll wären, das Graffiti dann vielleicht eine anerkannte Kunst wäre?
Nein das denke ich nicht. Der schlechte Ruf der Graffitis kommt einfach daher, dass oft Privateigentum „beschmutzt” wird. Ich denke da würde es keinen Interessieren ob die eigene Wand mit einem schlechten Tagg oder einem burner Piece bemalt ist. Es ist ja vielmehr die Sachbeschädigung die die Leute verurteilen als das Aussehen der Graffitis.
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Wie bist du überhaupt dazu gehen zur Can oder dem Marker zu greifen?
Ich habe im Alter von 11 Jahren in Frankreich einen Writer aus Dortmund kennen gelernt. Der Junge hatte es echt drauf und ich war total von seinen Skizzen fasziniert. So habe ich dann auch angefangen auf dem Papier diverse Buchstaben zu verzerren und mit Schatten zu versehen. Ich verlor jedoch bereits nach ein paar Wochen die Lust daran und widmete mich anderen Hobbys. Mit 16 habe ich dann beim Aufräumen eine Skizze von dem Writer aus Dortmund gefunden, welche er mir im Urlaub geschenkt hat. Das hatte dann den gleichen Effekt wie damals nur dass ich dieses Mal nicht mehr mit dem Malen aufhören konnte. Da ich nicht mal einen Writer gekannt habe, habe ich oft mit dem Gedanken gespielt das malen auf zu geben, doch es holte mich immer wieder ein. Und als ich dann Wise aus Aachen kennen gelernt habe hat er mich weiter inspiriert. Mit der Zeit kamen dann immer mehr Kontakte wie auch zur BW Crew aus Düren. Das hatte zur Folge dass ich oft mit Drip malen gegangen bin und viel von ihm gelernt habe.
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Gibt es für dich noch einen Ort oder einen Gegenstand wo Du sagst – Da ein Tag von mir – das wäre etwas?
Ich träume auf jeden fall von einem „zark” irgendwo in New York, dem Ursprung des Graffitis. Das wäre echt was Feines. Und Gegenstände gibt es jede menge auf denen ich gerne ein Tagg von mir sehen würde. Das kommt immer ganz spontan wenn man mit dem Bus oder der Bahn durch irgendwelche Städte fährt.
[FLASHBACKMAG]
Die Welt ist grau und Graffiti macht sie Bunt. Für Skater werden überall Skateparks gebaut. Für Fussballer – Fussballplätze. Für Basketballer und so weiter und so weiter, die Liste wäre Kilometer lang – Warum wird nicht für Writer ein „Writpark” gebaut? Ein altes Gelände das frei steht (und davon gibt es mehr als genug in Deutschland) dort ein paar Betonwände und schon wäre er fertig. Warum gibt es so was nicht?
Diese Frage habe ich mir persönlich auch schon oft gestellt. Ich denke das ist auch auf den Aspekt zurück zu führen, den wir vorhin schon angesprochen haben. Den schlechten Ruf von Graffiti. Wahrscheinlich haben die Städte Angst davor Jugendliche zum Graffiti zu motivieren und sich dadurch selber ein Ei zu legen. Ich meine es ist kein Geheimnis dass die meisten Writer irgendwann den Kick suchen illegal zu malen und wenn man diesen Leuten dann noch die Möglichkeit gibt sich legal darauf vor zu bereiten….Also das könnte ich mir als einen Grund vorstellen was ich aber keinesfalls nachvollziehen kann da durch legale Flächen einiges an illegalen Graffitis nicht mehr existieren würde. Zumindest die Writer, denen es mehr um die Kunst als den Vandalismus geht, würden diese Flächen regelmäßig nutzen.
[FLASHBACKMAG]
Inwiefern liegen für dich Graffiti und Kunst beiander? Könnte es auch eine Ausstellung über Graffitis geben mit einer Gala dazu? Oder wäre das dann nicht mehr „real” im Sinne von Graffiti?
Graffiti kommt nun mal von der Strasse. Die Leute wollten durch Graffitis diverse Botschaften vermitteln da ihnen keine Möglichkeit gegeben wurde ihre Meinung zu äußern. Mittlerweile hat sich das Graffiti aber sehr in die Kunstrichtung entwickelt und viele Writer schaffen nun mal wahre Kunstwerke. Somit könnte ich mir diverse Werke gut auf einer Ausstellung vorstellen da viele Character oder ähnliches auch Leute ansprechen die mit dem wirklichen Graffiti nichts zu tun haben.
[FLASHBACK]
Das lass ich mal so stehen und bedanke mich bei Dir für das Interview. Write on !
Ich habe zu danken dass ihr mir die Möglichkeit gebt mich und meine Stadt in eurem Mag zu repräsentieren. Abschließend noch Props an Hoki 6, Rens One aus Halle, die BW Crew aus Düren und ganz besonders an Drip von dem ich einiges gelernt habe.
Peace
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