Fler – Fler

Fler - Fler
Viel Wirbel gab es in den letzen Wochen um den mittlerweile Ex-”Aggroberlina”, Angebliche Schlägerei mit Spaiche, Rausschmiss bei Aggro, Beef Mit Selfmade, Versöhnung Mit Bushido. Doch eins ist ein bisschen untergegangen im ganzen Trubel um Herrn Losensky, sein neuestes und mittlerweile viertes Soloalbum “Fler”. Es wird zeit sich wieder der Musik zu widmen.
Gleich im Intro will Fler zeigen dass er polarisiert, dass er nicht Massentauglich und was er sonst noch so nicht ist. Wirklich überzeugen tut er dabei nich und vorallem die Sängerin die einem klar machen will, dass Fler “deine Mutter fickt” scheint völlig fehl am Platz zu sein. Die erste Single, Check Mich Aus, lässt einem dann aber doch gleich, durch den typischen Flersound, die Hoffnung auf weitere Highlights. Diese Hoffnung verlässt einen allerdings schon ein knappe halbe Minute später, beim erklingen des Autotunes. Es gibt vielleicht Leute, bei denen der Autotune harmonisch klingt, aber wenn es das bei einem nicht tut, dann bei Fler. Schnell weiterskippen. Beim weiteren durchhören, fällt vor allem das schöne Liebeslied mit Doreen auf, zwar keine Neuentdeckung der Lovesongs, aber doch ein sehr gefühlvoller Song, den man so bestimmt nur Von Flizzy bekommt.
Den Großteil des Albums hat Fler irgendwo in die Mitte des Durschnitts platziert, es hört sich oft sehr hingerotzt an dafür merkt man deutlich, dass Fler keine Lust mehr hat sich auch nur einmal für die Masse zu verbiegen. Doch dadurch wird die Musik jedoch auch nicht besser. Mit “Gangstrapper” und “Was Ist Peace ??!?!” gibt es auf der Platte noch 2 von der Grundmessage sehr durchdachte Lieder, was für Fler eher ungewöhnlich ist. An der Umsetzung hapert es jedoch ein bisschen. Schade eigentlich. Man hat ein bisschen das Gefühl, hätte Fler sich mehr Zeit genommen, hätte das alles viel bessere Formen annehmen können. Hat er aber nicht.
Selbst die Features scheinen alles etwas unter Zeitdruck gearbeitet zu haben, nicht Besonderes, nicht Einfallsreiches, einfach Zack – fertig. Technisch begibt sich Fler auch auf keine neue Ebene, einzig und alleine auf “Sag Warum!?” hört man ab und zu einen für Fler eher ungewöhnlichen, jedoch sehr guten, Flow. Bei “Usw.” dagegen nervt das unermüdliche “und so weiter”, sodass man schon vor dem Ende der 1. Strophe weiterskippen möchte. Hätte man auch besser machen sollen. Einen Höhepunkt schenkt Fler und jedoch noch zum Ende, “Ich werde nie Vergessen” mit Beatzarre. Eindeutig einer der inhaltvollsten, gefühlvollsten und nachdenklichsten Tracks, die Unsereins je von Frank White gehört hat. Hätte man genauer hingehört, hätte man schon beim ersten hören dieses Songs merken können, dass Aggro Berlin vor dem Ende steht und eine Versöhnung mit Bushido nicht weit ist (“(…) Nach ‘Carlo, Coxxx’ die ganzen Kinderfaxen/ Bruder, später könn’ wir sicher drüber lachen”). Ein einzigartiger Song, nachdem man ihm unbedingt weiter zuhören will, sobald man dann aber wieder zum Intro geskippt hat, verlässt einen auch diese Lust blitzartig.
Fazit: Alles in allem passt das Album sehr gut zusammen, einfach weil nichts wirklich besonderes auf dem Longplayer zu finden ist. Ab und zu ein paar kleine Höhepunkte, die sich aber sofort wieder mit kompletten Fehltritten ausgleichen. Mehr Schlecht, als Recht. Fler persöhnlich müsste mit dem 10. Platz in den deutschen Singlecharts komplett zufrieden sein, den hat das Album nämlich wirklich nicht verdient. Wir wünschen Fler trotzdem in Zukunft viel Glück auf seinem weiter Weg, wir sind gespannt was die Zukunft bringt. Vielleicht hat Flizzy beim durchhören selbst gemerkt, dass sein Aggroimage zu ausgelutscht wirkt und ist deswegen dieses Schritt gegangen, ein Album wie diese braucht nämlich keiner mehr. Für das wahrscheinlich letzte Album, dass Aggro je realeast hat, ist das echt ein Desaster. Und trotzdem: Wir werden nie vergessen.
Bewertung:

von Niklas M.



