Hip Hop & Lifestyle Magazin

DJing / Producing Juni 2009 – G-era Club Movement

Wenn man den Begriff „Club Movement” im Bezug mit Hip Hop hört, denk man meist an wohl eines der bekanntestes DJ-Teams Deutschland dem „Phlatline Club Movement”, aber es gibt in Deutschland mehr als nur dieses eine „Club Movement” und so haben wir heute als Interviewgast, das „G-era Club Movement” um auch Euch zu beweisen, dass in diesem Bereich des Hip Hops eine Menge Bewegung herrscht….[nggallery id=7]

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Moin Moin erstmal – DJs und Hip Hop – Hip Hop und DJs – eine Geschichte – ein Bund, in welcher Rolle seht ihr euch als DJs? Nur als die „Musicbox” für MCs oder als eigenes „Sprachrohr” ?

G-era Club Movement
Wir sind ein bisschen von allem. Wir denken bei den Liedern natürlich auch an den Aspekt, an welchen der Künstler bei dem Track dachte aber im Club ist das nicht relevant. Wir sind in erster Linie unser eigenes Sprachrohr, da wir uns mit der Musik identifizieren, was jetzt nicht heißt, dass wir Gangster oder so sind.:)
Es geht darum, den Leuten im Club Freude mit der Musik zu bereiten. Wir möchten, dass die Leute nach Hause gehen und denken: „Das war eine richtig geile Party!”

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Als DJs bekommt ihr ja immer unmittelbar beim Auftritt das Feedback der Crowd – Wie würde euer Standardpublikum reagieren, wenn ihr auf einmal nicht nur amerikanische Sachen, sondern auch Deutschrap spielen würdet?

DJ Jigglin’
Bei unseren Gigs haben wir natürlich immer ausgewählte Tracks der Deutschen HipHop-Szene im Gepäck. Dabei spielen wir nicht nur All-Time-Classics wie ASD, Kool Savas usw., sondern wir bemühen uns auch neue Sachen der Crowd zu präsentieren. Derzeit supporten wir beispielsweiße Samadhi aus Stuttgart und spielen einen Track vom kommenden Album “Heart Business”.

T-Raw’89
Da bin ich Jigglin´s Meinung. Ich persönlich habe mit deutschem Rap nicht viel am Hut. Das ist einfach nichts für mich aber die Banger sind auch mir bekannt und diese feiere ich genauso.
Wenn es allerdings um Support geht, sag ich natürlich auch nicht nein, wenn wir jemandem helfen können sind wir gerne dazu bereit.
Es geht nicht um Geld, wie sonst immer, einfach nur darum, anderen Leuten, die gleiche Chance zum Aufstieg zu geben, wie uns.
Deutscher Rap hin oder her, im Club muss es knallen!!!

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Wie schaut es bei euch aus? Was legt ihr so auf?

G-era Club Movement
In erster Linie Black- Music, dass heißt der ganze Ami- Stuff findet in unserer Medienbibliothek platz.
Wir probieren auch Sub- Genre im Club zu etablieren, wie z.B. Crunk-, Hyphy- oder Snap- Music.

Bei Crunk hat es, grade in Gera, in letzter Zeit gut geklappt, aber ich denke das liegt daran, dass man auf dieser speziellen Musikrichtung mal richtig durchdrehen kann, dann ein bisschen Raggee und Dancehall- Stuff, wir denken die Mischung ist ganz gut, allerdings finden die beiden zu letzt genannten Genre nicht so viel Abnehmer im Club.
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Worauf ich natürlich hinaus will ist das Projekt euer Kollegen DJ Maxxx und DJ Binichnicht (aka Harris, Anm. d. R.) genannt „der Patriot”. Die beiden sind ja der Meinung das es Aufgabe des DJs/ der DJs mehr deutsche Sachen im Club zu etablieren. Wie seht ihr das? Meint ihr das funktioniert? Kann eine Crowd genauso wie auf einen Flo Rida feiern, wenn zum Beispiel „Reimemonster” läuft?

DJ Jigglin’
Schwer zu sagen. Es gibt Leute, welche gezielt nach deutschen Tracks im Club fragen aber diese gehören nun leider zu einer Minderheit. Ich glaube das Problem fängt schon in den Medien an. Auf diversen Radio und TV-Sendern haben Tracks der US-Szene einen höheren Stellenwert. Sie sprechen eine breitere Masse an, also auch Leute, welche sich nicht im Alltag mit Hip Hop, als solches, beschäftigen.

T-Raw’89
Es kommen immer wieder Fragen, wenn wir auflegen, wann denn der Deutschrap- Part anfängt. Doch was bringt es uns als DJs Deutschrap zu spielen, wenn von 500 Leuten 450 gehen? Nicht viel!
Ich selbst kann dazu nicht tanzen, zumindest bei den meisten Liedern. Deutschrap ist meiner Ansicht nach “Konzertmusik”. Musik zum Tanzen findest du in Deutschland wenig.
LEIDER !!!
Man muss dazu sagen, dass es auch eine Standortfrage ist. Wenn wir zum Beispiel in Chemnitz auflegen würden, was eine Hochburg der Ostdeutschrap-Szene ist, dann ist es klar, dass wir dort auch Deutschrap spielen, wie es die Leute möchten.

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Wenn es also klappt – Wieso ist die Aufmerksamkeit nicht dafür da? Ich kann mich mal erinnern in einer Disko, hier oben im Norden, gab es 2 „deutsche Hip Hop Nights”, wo wirklich GAR nichts los war. Aber als es dann wieder „Black Night” hieß, aber ein Illo aufgetreten ist, war die Hütte voll. Warum können Menschen nicht einfach nur die Musik feiern, sondern müssen immer gleichen einen Artist vor sich haben?

G-era Club Movement
Im Grunde kommt es immer auf die Location an. Zudem kommeln bei Gigs mit „Persönlichkeiten” auch immer eine Menge Leute, welche einfach nur einen „V.I.P” sehen wollen.

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Ihr seid ja ein Team – sprich DJ und „MC” – Was macht ihr, wenn die Crowd bei einem von euch absolut gar nicht feiern kann? Sprich die Musik passt Ihnen nicht oder das Entertaimentlevel ist für Sie nicht ansprechend?

G-era Club Movement
Das ist Gott sei Dank noch nicht passiert. Es gab natürlich Leute, die meinten uns sagen zu müssen, dass wir scheiße sind aber die gibt es doch immer. Es ist schwierig den Geschmack von ungefähr 1000 Leuten zu treffen. Ich denke, genau das ist die Herausforderung.

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Themenwechsel – Wie bekannt ist, geht es der Musikszene gerade im Deutschrapbereich gerade nicht so gut – Aggro Berlin, Optik Records, Royal Bunker – alle Weg vom Fenster, selbst Azad sagt, wenn er nicht so Dickköpfig wäre, dann wäre Bozz Music auch schon zu. Ihr als DJs seit ja nicht an eine Musikrichtung gebunden, aber wie steht ihr zu dem Ganzen?

DJ Jigglin’
Platten verkaufen sich einfach nicht mehr. Das hat nicht zwingend etwas mit der Deutschen Musik zu tun. Das liegt, wie wir alle wissen, an der wesentlich einfacheren Methode der Musikbeschaffung, das Internet!
Viel mehr sind Konzerte und Touren zum wichtigen und wirtschaftlichen Aspekt für einen Künstler geworden.

T-Raw´89
Momentan ist das sehr schwer zu sagen, denn uns alle hat die Wirtschaftskrise getroffen, auch Deutschrap wurde davon nicht verschont.

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Meint ihr deutscher Hip Hop hat sich sein eigenes Grab geschaufelt? Weil die Ansicht von draußen auf Hip Hop lächerlich ist? Weil wir von Anderen nicht respektiert werden? Oder liegt das Problem im Bereich des deutschen Hip Hops?

DJ Jigglin’
Es ist nicht der Eindruck nach außen. Ich sehe die Ursache darin, dass der Markt einfach übersättigt ist. Ich meine, wie viele Rapper, Labels, Producer, Beat-Macher und DJs gibt es denn? Ob diese alle gut sind ist hier eine völlig andere Frage. Es gibt Rapper, für die es wichtiger ist, eine übergeile MySpace Seite zu haben, statt gute Skills und Hooks. Genauso gibt es DJs welche ein Mixtape nach dem Anderen zum Free- Download frei geben, allerdings nicht einen ordentlichen Auftritt vorweißen können. Damit will ich Hip Hop nicht schlecht reden aber es gibt zurzeit einfach ein Überangebot und das macht es schwer echte Talente ins Rampenlicht zu rücken. Bezogen auf Deutschen Hip Hop vermisse ich persönlich den Battle- Gedanken. Es muss nicht immer um Dicke Autos, Bling und willige Frauen gehen… back to the Roots…

T-Raw’89
Ich will niemanden die Schuld geben, dass wäre nicht fair.
Es ist doch so: Jeder Typ der 2 Bars gerappt hat ist der Meinung, ER ist der Bringer und sofort haben wir ein neues Label in Deutschland.
Mich persönlich würde es interessieren, wie viele wir davon mittlerweile haben?
Auch hier stimme ich Jigglin zu und muss sagen, dass das Überangebot natürlich das größte Problem ist.
Für uns ist es nicht leicht an Auftritte zu kommen, wegen der geringen Nachfrage. Jeder Club hat seinen Resident- DJ und der bleibt es auch. Gerade in kleineren Clubs ist es schwierig an Aufträge heranzukommen. Ich hoffe nur, dass es in Zukunft besser wird, sowohl im Deutschrap, als auch in der allgemeinen Clubszene.

[FLASHBACKMAG]
Wäre es also quasi im Moment richtig, wenn alle Labels (Deutschrap) schließen würden, sprich wir sind am Ende, aber wieder daraus dann einen Anfang zu schaffen, sprich quasi bei 0 anzufangen und das erstmal nur Majorartist bekannt werden?

T-Raw’89
Grundsätzlich finde ich die Idee ganz gut, alles dicht zu machen. Die Frage ist, ob sich diese dann wieder erholt.
Das nächste sind die Fans. Wenn alle Labels sagen: “Gut, wir machen zu”, dann ist das natürlich schlecht für die Fans und ich weis nicht, ob sie diesen Schritt unterstützen würden.

[FLASHBACKMAG]
Dann bedanke Ich mich für das Interview und das FLASHBACKMAG wünscht euch viel Erfolg weiterhin.

 

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