DJing / Producing Juli 2009 – Afterlife Music
1. Juli, 2009
In der 1. Ausgabe heizte uns das G-era Club Movement aus Gera ein – Nun als Nachfolger in der Headkategorie „DJing / Producing” dürfen wir die Jungs von AfterLifeMusic begrüßen. Die Jungs kommen aus dem Osten der Republik genauer gesagt Chemnitz, der ehemaligen Heimat des größten deutschen Hip Hop Festivals dem splash!-Festival. Wir haben mit Ihnen über ihre Erfahrungen – dem Thema Hip Hop und ihre Zukunft gesprochen – Check it out …
[FLASHBACKMAG]
Moin Moin erstmal – ihr seit ja ein Verbund aus DJs und MCs – Stellt euch doch den Leuten einmal kurz vor.
[Caesar]
Naja, der rappende Teil besteht aus Moris und mir. Was auf die Ohren gibt’s auf myspace. (www.myspace.com/russelflowe, www.myspace.com/morisyabwoi, Anm. d. R.)
Wir kennen uns aus der Schule und sind schon seit ca. 7 Jahren zusammen am Mic. Anfänglich haben wir eigentlich nur aus Spaß gefreestylt bzw. gebattelt und Ernsthaftigkeit kam erst in den letzten 2 Jahren hinzu als wir die beiden DJs getroffen haben. Das mit dem Battlerap hat sich aber kaum geändert. (lacht…)
[DJ Mathew]
P! und ich kennen uns schon ein bisschen länger. Wir haben uns Anfang 2006 durch einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Die Chemie hat sofort gestimmt und seitdem findet man uns fast jedes Wochenende auf den angesagtesten Partys hinter den 1210ern.
[DJ P! ]
Wir werden dabei lautstark von Moris a.k.a. Paul Wand supported mit dem wir das AfterLifeMusic-Soundsystem bilden. Man könnte also sagen AfterLifeMusic besteht aus 2 Teilen, Carma (Moris + Caesar, Anm. d. R.) und dem Soundsystem. Aber natürlich legen Mathew und ich auch bei Live-Auftritten für die Jungs auf. Also wenn wir nicht gerade an einem neuen Mixtape arbeiten. (grinst…)
[FLASHBACKMAG]
Neben den DJing und den Rappen – produziert ihr ja auch selbst. Habt ihr ein eigenes Studio oder wie macht ihr das? Und welche Software und Hardware benutzt ihr dafür?
[Caesar]
Ja, wir haben ein Studio und das war auch der eigentliche Startpunkt für AfterLifeMusic. Zu Beginn sah das mehr oder weniger wie ein Rattenloch aus aber dank Mathew und Sanjor D (Crew-interner Manager ohne den nichts läuft, Anm. d. R.) ist das mittlerweile ein Edelloft. (lacht…) Nein im Ernst, jetzt sind wir sehr zufrieden mit dem was wir uns aufgebaut haben. In der Booth baumelt ein Mic von StudioProjects von der Decke, ich weiß aber gerade nicht genau welches. Aufgenommen wir das dann alles über ein Mindprint Trio im guten, alten Cubase. Wir werden aber demnächst noch etwas mit neuem Equipment aufstocken.
[FLASHBACKMAG]
Ihr kommt ja aus Chemnitz und Chemnitz ist ja nicht gerade als schönste Stadt Deutschlands bekannt – und nachdem Weggang des splash!-Festivals ist nun auch das größte Event des Jahres dort weg. Was geht dann überhaupt noch musikalisch in Chemnitz?
[Moris]
Haha, an erster Stelle natürlich wir. Aber es gibt da auch noch eine ganze Menge mehr, wie z.B. Epileptik Undercover oder Linus der Profi und Bernd Bass. Alles in allem rappen doch sehr viele in Chemnitz, nur eben nicht viele mit Ernsthaftigkeit. Außerdem gibt es eine Handvoll hervorragender Produzenten, sowohl alte Hasen als auch Rookies.
Und die Clublandschaft ist, zumindest was Black Music angeht, hier auch sehr ausgeprägt. Es geht also eine Menge!
[FLASHBACKMAG]
Wenn man in eure „Dates” reinschaut – sieht man aber schon, dass Ihr nicht gerade wenige Termin habt, allerdings fällt auch auf, dass Ihr keinen festen Club habt. Liegt das auch daran was eure Vorgänger vom Gera Club Movement schon angesprochen haben, das die meisten Clubs ihren Resident-DJ oder ihr Resident-DJ-Team haben und es nicht leicht ist an solche Positionen mehr zu kommen oder wollt ihr gar keinen festen Club haben?
[DJ Mathew]
Viele Dates?! Man kann gar nicht genug haben! (beide DJs lachen…) Nein, nur Spaß. Also beschweren können wir uns nicht.
Das mit dem Resident-DJ ist so eine Sache. Um ehrlich zu sein haben wir daran gar kein zu großes Interesse. Wir wollen uns nicht zu stark binden lassen auch wenn es vielleicht lukrativer wäre und so lieber eine größere Vielfalt von Clubs bespielen. Immerhin wollen wir uns auch immer weiterentwickeln. (grinst…) Und mit Moris als Host können wir auch mehr bieten als die meisten „Konkurrenten”.
[FLASHBACKMAG]
Ihr habt nun schon 4 Mixtapes 4 Free zum Download auf eurer Seite (www.AfterLifeMusic.de , Anm. d. R.) – auf denen wenn man sie sich anhört – lauter Amisachen sind, was Ich jetzt nicht kritisieren möchte, aber warum nicht zwischendurch mal einen deutschsprachigen Clubbanger, wie zum Beispiel „Reimemonster” oder „Sneak Preview”. Oder seid ihr der Meinung das deutscher Hip Hop einfach nicht in die Clubs gehört?
[DJ P!]
Deutscher Hip Hop gehört definitiv in die Clubs aber der wird eben zu selten gespielt. Wir würden das auch sehr gern viel mehr spielen aber das Publikum nimmt es eben nur zögerlich an. Das liegt zum Beispiel daran das sie gerade auch ältere Sachen gar nicht mehr kennen und somit identifizieren sie sich verständlicher Weise auch nicht damit.
Es werden nur wenige Lieder von der breiten Masse angenommen. Standard Hits wie die o.g. oder die neuen elektronischeren Sachen wie „Das geht ab” kann man bringen aber das war‘s fast schon.
Und da wir die Partys in erster Linie cool für die Leute machen wollen liegt es also im Endeffekt auch ein bisschen an ihnen. Ein Publikum musikalisch zu „erziehen” ist zwar möglich, dauert aber doch sehr lang.
Trotzdem besteht kein Grund zur Sorge – uns liegt deutscher Hip Hop sehr am Herzen und das werden wir demnächst auch noch sehr klar machen. (grinst…)
[FLASHBACKMAG]
Also würdet Ihr auch sagen, dass das was Harris gerade mit DJ Maxxx durchzieht – nämlich deutsche Hip Hop Parties – Zukunft hat, bzw sich jeder Dj auf einmal trauen könnte deutsche Sachen zu spielen? (so oder so ähnlich
)
[Mathew]
Ich finde das ist eine sehr gute Sache und dafür haben sie meinen vollsten Respekt. Es freut mich auch sehr zu sehen dass dadurch deutscher Hip Hop im Club kommt. Wir werden auch unseren Teil dazu beitragen dass sich da etwas tut.
[DJ P!]
Wenn es jemand schafft dann Harris aber auch für ihn wird das schwer. Ob das Zukunft hat kann ich nicht sagen. Das hängt ganz davon ab ob es das Publikum annimmt und feiert denn die Crowd entscheidet letzten Endes.
[FLASHBACKMAG]
Ihr habt auf eure Seite, die Idee umgesetzt, Video-Snippets von euren Partys zu zeigen. Promo? Für Referenzen oder Warum?
[Mathew]
Nun ja, so geben wir den Leuten einfach eine Möglichkeit den Abend Revue passieren zu lassen. Manche hatten vielleicht einen Filmriss. (lacht…)
Außerdem gehört das heute dazu – man muss das Internet zu seinem Vorteil nutzen und damit können wir uns ein weiteres mal abheben. Es gibt aber auch den ein oder anderen der sich ausversehen auf unsere Seite verirrt und der bekommt so einen Vorgeschmack was bei unseren Partys los ist.
[FLASHBACKMAG]
Und welche Ideen – Projekte – Specials dürfen die Leser in Zukunft von Euch erwarten?
[Moris]
Zu aller erst steht das Carmageddon ins Haus. Das wird ein Mixtape von Carma, also Caesar und mir, und der Name wird volles Programm. Die meisten Tracks dafür sind auch schon im Kasten. Danach arbeite ich weiter an meinem Solo Album, welches Omnipräsent heißen wird. Und in naher Zukunft werde ich noch mit einem Dancehall Projekt geimeinsam mit Cosmophonic Sound zu hören sein. Und auch Caesar plant ein Mixtape. Es wird also jede Menge Rap von uns geben. (grinst…)
[DJ P!]
Ich will erst mal noch nicht zu viel verraten. Nur das – die Bombe wird im Winter platzen damit es auch bei der Kälte heiß bleibt. (lacht…)
[FLASHBACKMAG]
Zum Ende möchte ich von Euch noch die Einschätzung was Ihr meint, wie es mit der Musik weiter geht? Steigende illegale Downloads – weniger Qualität – keine Megaverkäufszahlen mehr. Wird die Musikszene die Revolution erleben, dass es weniger Albenreleases gibt dafür aber mehr Tourneen, weil diese viel mehr Geld abwerfen für Künstler?
[Mathew]
Ich denke, es wird sowohl Alben als auch Tourneen geben. Vor allem im Untergrund gibt es immer Menschen die mit Leib und Seele an ihrer Musik arbeiten unabhängig von Verkaufszahlen. Die bringen weiter Alben. Wenn man aber in Zukunft das große Geld machen will dann nur mit riesen Tourneen.
Die Qualität wird sicherlich nie leiden solang die Künstler lieben was sie machen. Und immer bessere Technik tut auch seinen Teil dazu. Ich bin also optimistisch.
[Caesar]
Was die Sache mit den illegalen Downloads angeht, das wird sicher immer mehr werden. Wenn das überhaupt noch möglich ist. (lacht…)
Aber mal im Ernst. Die Musikindustrie muss aufhören ihre Kunden zu kriminalisieren. Das ist sicher keine Lösung um sie dazu zu bringen wieder Musik zu kaufen. Zumal viele die CD in keinem Fall kaufen würden.
Es gibt ja mittlerweile viele Künstler, auch Stars dabei, die ihre Musik kostenlos zur Verfügung stellen. Warum auch nicht?! Das ist wie Werbung für Auftritte und die kann man schlecht raubkopieren. (lacht…)
Wenn du deine Fans mit Live-Shows überzeugen kannst werden sie sicher die nächste CD kaufen beziehungsweise die Mp3s legal downloaden. Es wird sich also nicht so viel ändern was Verkaufszahlen angeht, zumindest nicht für Musiker mit wahren Fans.
[FLASHBACKMAG]
Okay – so lass Ich das mal stehen und bedanke mich für das Interview und das FLASHBACKMAG wünscht euch viel Erfolg weiterhin.
[Moris]
Vielen Dank für euer Interesse an AfterLifeMusic. Ich hoffe wie konnten euch einen Einblick in unsere von Beatz-durchzogene Welt geben. Für mehr checkt www.AfterLifeMusic.de. Booooooom! (lacht…)
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