Breakdance September 2009 – Los Caballeros Crew
1. September, 2009
Die 4 Säulen des Hip Hop – MCing, DJing, Graffiti – uuuund – Breakdance! Schon in den frühen 80ern wurde heftigst gebreakt und leider ist diese sehr wichtige Säule des Hip Hop in letzter Zeit manchmal ins Hintertreffen geraten, unter Anderem durch den ganzen Hype um MySpace Nachwuchs-MC’s – aaaber wir brechen erneut eine Lanze für den Breakdance und haben diesen Monat die Los Caballeros Crew am Start für euch!
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Hi und willkommen beim FlashbackMag – Zuerst einmal, wie seid ihr auf euren Namen gekommen und transportiert er auch eure Einstellung zum Breaken?
Wir haben in unserer Crew zwei B-Boys mit peruanischer Herkunft. Damals haben wir uns überlegt, wie wir mit dem Namen aus der Masse herausragen. Bisweilen sind wir die einzige B-Boy Crew aus Deutschland mit spanischem Namen. „Los Caballeros” bedeutet die Gentlemen, d. h. wir sind bei Battles nicht aggro sondern der Spass steht im Vordergrund. Trotzdem geben wir immer unser Bestes und wollen natürlich auch mit unseren Skillz burnen.
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Seit wann seid ihr am Breaken in der jetzigen Crew und wie ist eure Crew entstanden?
Unsere Crew gibt es seit dem 2. April 2004 *lach*. Wir wissen das so genau, weil Hoang aus unserer Gruppe es in sein Style-Buch aufgeschrieben hat. Damals gab es in München zwei Gruppen, die „All 4 One” Crew mit Hans, Hoang (Don Hoang) und Django. Die Jungs haben zusammen mit „Delta Force Crew” trainiert die ebenfalls zu dritt mit Philipp (Master Fu AKA Chito), Erhan (Airhan) und Emrah (Kazeem) am Start waren. Abseits des Trainings und den gemeinsamen Battles wurden wir auch gute Freunde, was letztlich dazu geführt hat, dass wir uns zusammengeschlossen haben. Später kamen weitere Crew Mitglieder zu uns wie Tommy (lebt jetzt in Dubai), Paddy (2Face, Düsseldorf/Köln), Manu (El Manu, Markt Schwaben), Andi, Erkan, Simon & Rudi (Dogma, Osnabrück). Wir sind inzwischen eine richtig große Crew geworden.
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Der Überbegriff „Breakdance” beinhaltet ja viele verschieden Formen, wie Electro Boogie, Popping, Locking, wie würdet ihr euren Style beschreiben?
Wir haben beispielsweise Paddy der Popping und Newstyle tanzt. Der Rest der Crew tanzt B-Boying wobei manche sich mehr auf Moves und andere mehr auf Footwork spezialisieren. Einige von uns tanzen auch beides.
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Seid ihr viel unterwegs mit eurer Crew und wirkt ihr auch bei Contests mit und ist euch der Fame einen Contest zu gewinnen wichtig?
Als B-Boys ist es uns wichtig, viel zu reisen, andere Tänzer kennen zu lernen und natürlich auch zu battlen. Man kann sagen, dass wir im Durchschnitt mindestens zweimal im Monat in einer anderen Stadt oder Land sind.
Fame und gewinnen…Also ohne Gewinnen gibt es keinen Fame und ohne Fame wirst du auch nicht auf Battles eingeladen. Insofern ist es uns schon wichtig, dass wir bei den Battles gewinnen. Wenn du international bekannt bist dann kann es durchaus sein, dass die Crew nach z. B. Korea oder andere weit entfernte Länder eingeladen wird.
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Ist es euer Ziel irgendwann am Battle of the Year – einem Wettbewerb auf dem die ganze Welt vertreten ist – teilzunehmen und zu gewinnen?
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Definitiv! Wir waren bereits zweimal beim BOTY National, allerdings haben wir es leider nicht in die End-Battles geschafft. Dieses Jahr machen wir mit der neuen Crew Return 2 Burn (Zusammenschluss einiger Los Caballeros und befreundeten B-Boys aus Ingolstadt) beim BOTY National mit. Wir haben bereits den 1. Platz beim BOTY South Germany gemacht und sind zuversichtlich, dass wir es dieses Mal bis in die Internationale Endausscheidung schaffen.
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Auf eurer Homepage kann man euch auch buchen – verdient ihr auch Geld mit dem Breaken bzw. ist es euch wichtig?
Manche von uns leben inzwischen vom Tanzen, was nicht immer leicht ist. Einige von uns unterrichten regelmäßig in Tanzschulen oder anderen Einrichtungen, was zumindest ein festes Einkommen sichert.
Bei Shows muss man sich als B-Boy fast immer mit dem negativen „Straßentanz-Image” herumschlagen. Die meisten Leute denken immer noch, dass B-Boys bzw. „Breakdancer” keinen Plan vom Business haben und froh sind, wenn sie ein paar Euros fürs Tanzen bekommen. Wir erhalten regelmäßig Anfragen für Auftritte wie „Hey Jungs, ihr bekommt zwar kein Geld aber dafür habt ihr die Möglichkeit vor Publikum zu tanzen” oder „Ihr bekommt kein Geld aber dafür Essen und Trinken”. Für junge Newcomer ist das in Ordnung und eine gute Möglichkeit um Erfahrung zu sammeln. Aber erstens tanzen wir zum Teil schon über 10 Jahre und zweitens geht der Großteil der Gruppe auf die 30 zu, was bedeutet, dass einige von uns neben dem Tanzen auch Vollzeit in einem normalen Job arbeiten oder studieren. Da überlegt man sich dann zweimal ob man seinen freien Tag für einen Auftritt opfert.
Keiner von uns hat mit dem Tanzen angefangen, um damit Geld zu verdienen. Aber es ist ein netter Nebeneffekt, wenn man mit dem was man gerne macht, Geld verdienen kann.
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Ganz anderes Thema – Wenn ich jetzt mal auf die Jugend in Deutschland zum Sprechen komme, inwiefern seht ihr Tanzen, in eurem Fall jetzt Breakdance/Streetdance, als Chance dazu, das Jugendliche ihre Emotionen anders ausdrücken können als in Gewalt?
Tanzen und Bewegung im Allgemeinen sind sehr gut, um Aggressionen abzubauen. Beim B-Boying oder den anderen Streetdance Richtungen gibt es Battles die perfekt dazu geeignet sind, um Emotionen ohne Gewalt raus zulassen. Statt irgendwo auf der Strasse abzuhängen können die Jugendlichen ihre Freizeit produktiv nutzen. Sie lernen dadurch mehr als nur den reinen Tanz. Das B-Boying lehrt dich Körperbeherrschung, Teamwork in der Gruppe, du hast die Möglichkeit oftmals kostenlos zu reisen und du lernst die verschiedensten Leute kennen. Dies alles führt letztendlich dazu, dass du deinen eigenen Horizont ungemein erweiterst und deine Persönlichkeit entwickelst.
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Und was ist für euch, das nächste Ziel das ihr euch gesteckt habt?
Battle oft the Year National gewinnen!!!!
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Dafür wünschen wir euch viel Erfolg und Danke für das Interview
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