Breakdance Juni 2009 – Nonstop Soul Crew
„……Ich mein die Writer, die Breaker, die Rapper, die DJ´s,…..”, ob nun bei Dynamite Deluxe oder in anderen Songtexten – von Ihnen ist, wenn man den Begriff Hip Hop hört nicht wegzudenken. Die Breaker – ob sie nun Hip Hop / Breakdance oder Streetdance tanzen, sie gehören zum Hip Hop dazu, wie jeder guter MC der seine Lines spittet. Und um diesen Bereich in der ersten Ausgabe ein gutes Beginning zu geben haben wir im ersten Interview keine geringeren als das Beste, was Flensburg zu bieten hat – lasst mich euch Nonstop-Soul vorstellen…..
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Moin Moin erstmal – ihr seit ja alle Flensburger wenn ich das richtig in Erinnerung habe – fangen wir erstmal mit der einfachsten Frage an – Wie seit ihr zum Breakdance/Streetdance gekommen?
Speedfeet als der „Old Schooler” in der Crew hat vor ca. 17 Jahren mit New Jack Swing (Hip Hop à la Kid’n Play, Salt’n Pepper, etc) bei Mathias und Dirk (ebenfalls Flensburger Hip Hop Legenden) begonnen und kam darüber im Jahre 1995 auch zum B-Boying. Damals war Speedfeet mit Matthias und Dirk auch als Hip Hop Trainer tätig. Einige aktuellen Mitglieder, wie Iwer, Qwan oder Keajun trainierten damals ihre ersten Hip Hop Schritte bei Speedfeet und seinen beiden Kollegen. Später trennten sich die Wege zunächst. Aber alle tanzten natürlich für sich weiter. Iwer gründete mit Scary Stuff eine eigene Hip Hop Crew. Qwan und Keajun etablierten ihre erste B-Boying Crew, und Speedfeet machte mit Matthias und Dirk unter dem Gruppennamen DaForce seine ersten Musikerfahrungen. Daneben war schon länger das B-Boying im Jugendzentrum EXXE am Start. Viele der ersten Generation dort sind nicht mehr aktiv…..aber die nachfolgende Generation, darunter Dexter und Dennis hielten die B-Boy Fackel am brennen und reichen sie jetzt weiter an die nachfolgenden Generationen. Auch Malle hatte seine ersten B-Boying Kontakte mit Speedfeet während einer B-Boying AG an einer Schule. Jahre später trafen sich Schüler und Lehrer in der EXXE wieder und Malle hat die B-Boy Leidenschaft dann richtig erwischt. Ebenfalls langjährige Erfahrungen im Hip Hop hat auch Bazz, der aus der Krumpin-Szene stammt.
Heute ist die EXXE der gemeinsame Trainingstreffpunkt der Nonstop Soul Crew.
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Der Überbegriff „Breakdance” beinhaltet ja viele verschieden Formen, wie Clowning, Electro Boogie, Popping, Locking, wie würdet ihr euren Style beschreiben?
Die Jabbawockies aus den USA haben einmal einen tollen Vergleich zu Bruce Lee’s Jeet Kun Do gemacht, den ich auch bei der Beschreibung unseres Stiles gerne anbringen möchte. Unser Stil ist eine Fusion aus allen vorgenannten Tanzstilen. So wie Bruce Lee in seiner Kampfkunst das Beste aus allen Stilen vereint, um so in jedem Kampf, richtig und flexibel reagieren zu können, vereinen wir alle Tanzkünste, um im Battle auf alles eine Antwort zu haben.
Wir sind noch nicht so weit, dass JEDER wirklich ALLES kann. Aber wir haben aus jedem Bereich einen Experten und alle sind offen und tolerant, andere Stile anzunehmen, zu üben und dann auch zu performen.
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Ihr habt ja schon auf vielen Events gezeigt, was ihr drauf habt und seit auch hier in der Stadt immer präsent um auf euch aufmerksam zu machen. Ihr habt ja sogar einen deutschen Meister unter euch – bedeuten euch Titel viel oder macht ihr es eigentlich weil ihr puren Spaß daran habt?
Überwiegend machen wir es aus Spass und natürlich FAME, dass ist nun mal ein Hauptziel von Hip Hop Künstlern. Leider wird dieser Faktor heutzutage meist von den finanziellen Anreizen überlagert.
Bei jeder Show überzeugen wir eigentlich durch unsere Spontanität, Witz und die Leidenschaft, die auf das Publikum übergeht. Das ist natürlich für uns die beste Bestätigung und natürlich auch eine gute Werbung, die sich herumspricht.
Auf der anderen Seite, sind Titel gerade für finanziell attraktive Engagements oder Trainerjobs immer eine hilfreiche Referenz, die wir dann gerne in den Vordergrund stellen.
Aber im Wesentlichen ist es einfach unser Herz und unsere Seele, die tanzen und den beiden ist das Geld und jeglicher Titel völlig egal.
Außerdem darf man nie denken, ein Titel zeigt, dass man der Beste ist. Eine Meisterschaft hat nur ein begrenztes Teilnehmerfeld. Viele der weltbesten Tänzer treten an den „offiziellen” Meisterschaften (der Tanzschulen) nicht an.
Die einzig wahren B-Boying Meisterschaften sind Battles (wie BOTY, Freestyle Session, Red Bull BC One oder andere). Dort tummeln sich die Cracks der Cracks im B-Boying.
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Ist es euer Ziel irgendwann am Battle of the Year – einem Wettbewerb auf dem die ganze Welt vertreten ist – teilzunehmen und zu gewinnen?
Sicherlich ist es immer für jeden B-Boy ein Traum, da oben in der Volkswagenhalle auf der Bühne zu stehen und mit seiner Crew zu rocken.
Aber da spielen so viele unbeeinflussbare Faktoren mit hinein, die diesen Traum vermutlich einen Traum bleiben lassen.
Wir sind schon ein hervorragendes Team mit guten Einzeltänzern. Da oben an der Weltspitze trainieren aber keine Menschen, sondern teilweise „Maschinen”, an die man in diesem Leben technisch nicht mehr heranreichen kann, wenn man nicht mit 5 Jahren das B-Boying anfängt.
Wir haben aber schon BOTY-Luft beim Münster-Battle geschnuppert und Speedfeet wurde mit der damaligen Muppets Crew 2004 Vierter beim Nationalen BOTY in Hannover.
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Angesprochen fühlen sollte sich nun Speedfeet. Du hast einen Track aufgenommen, der auch zu hören ist auf eurer Homepage (www.nonstop-soul.de Anm. d. R.). Wie kamst du auf die Idee? Und soll der Song auch deine Crew vom Inhalt her repräsentieren?
Zunächst wollte ich nur einen tanzbaren Beat basteln, der auch mal meine B-Boy Jungs anspricht. Der „normale” Hip Hop Kram ist ja weniger B-Boy tauglich.
Hat schon etwas gedauert bis das „verwöhnte” B-Boy Volk…;)….meine Tanzbeats geeignet fanden.
Und dann kam mir einfach die Idee einen Crew Track zu machen, weil der irgendwie die Nonstop Soul Crew unvergänglich macht, und auch in 10 Jahren noch zu hören ist, dass es Nonstop Soul gab und wer dabei war. Irgendwie schweißt so ein Track auch immer noch ein Stück mehr zusammen.
Natürlich repräsentiert der Song einzig und allein unsere Gruppe, unverwechselbar und einzigartig…;)
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Und hast du dir für den Track irgendwelche Hilfe geholt? Also woher stammt der Beat? Hast du „Rapunterricht” bei irgendjemand bekommen? Oder war der Flow einfach sofort da?
Ich produziere alles selber. Eigene Beats, eigene Texte, eigener Rap. Das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben. Vor einem Jahr habe ich noch bei einem aufstrebenden Hip Hop Producer aus Jarplund, bei Flensburg, dem Any aufgenommen. Aber nun habe ich mein eigenes Equipment und kann so meine Zeit besser einteilen und nutzen. Außerdem bin ich unabhängig. Das Rappen habe ich mir selbst beigebracht. Ich war schon immer etwas „sprachbegabter” und habe schon früher Ice, Ice Baby auswendig hoch und runter (nach)gerappt.
Naja und dann hatte ich ja auch meine Boy Group DaForce mit meinen damaligen Partnern Matthias und Dirk (Übrigens wird gemunkelt, dass es bald eine Reunion geben soll…aber psssst..). Aber mein Flow hat sich natürlich im Laufe der Zeit weiterentwickelt.
Wer meine Battlekünste mal abchecken möchte, darf gerne die Site www.R-B-A.de der Battleliga in Deutschland besuchen und dort mal nach Speedfeet suchen.
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Ganz anderes Thema – Wenn ich jetzt mal auf die Jugend in Deutschland zum Sprechen komme, inwiefern seht ihr Tanzen, in eurem Fall jetzt Breakdance/Streetdance, als Chance dazu, das Jugendliche ihre Emotionen anders ausdrücken können als in Gewalt?
Tanz im Allgemeinen hat ein großes Gewaltpräventionspotenzial. Alleine die Tatsache, dass das harte Training keine Zeit für Unfug auf der Strasse lässt, ist ein Faktor dabei.
Außerdem wird das Selbstbewusstsein so gestärkt, das ein Tänzer keine Gewalt zum profilieren oder zum Durchsetzen benötigt. Ein nTänzer ist nach dem Training meist total ausgepowert und hat seine überschüssige Gewaltenergie perfekt abgebaut.
Der Ehrgeiz, der sich während des Tanztrainings langfristig entwickelt ist auch auf das restliche Leben übertragbar. So kann sich dieser Ehrgeiz vielleicht auch positiv auf die schulischen Leistung auswirken.
Außerdem haben die Jugendlichen einen festen Trainingsablauf bzw Trainingszeiten, die auch eine gewisse Ordnung in den Tagesablauf bringen.
Also es gibt genügend Faktoren die für den pädagogischen Nutzen des Tanzens sprechen.
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Wo wir gerade beim Thema sind, ihr gebt auch Breakdance und Streetdance Workshops, wie kann ich mir die als Leihe vorstellen?
Du kommst in den Workshop und lernst zunächst die Grundschritte. Nebenbei erlernst Du auch Gruppenchoreographien (synchron zusammentanzen). Im Laufe der Zeit begleitet Dich der Trainer nur noch auf Deinem Weg ein individueller Tänzer zu werden. Dazu muss sich der angehende B-Boy aber irgendwann vom Trainer lösen, damit er seine Individualität entwickeln kann. Deshalb ist B-Boying im herkömmlichen Tanzverein immer nur sehr bedingt möglich. B-Boying wird eher unter Jam-Bedingungen gelernt und gelehrt. Das heißt im selbstgesteuerten Lernprozessen, bei denen Schüler gleichzeitig Lehrer sind und Tänzer sich so gegenseitig „befruchten”..;)…Insbesondere bei Jams, auf denen sich hunderte von B-Boys treffen ist der Lernwert und die Entwicklungsmöglichkeit enorm.
Nicht desto weniger sind unsere Workshops eine hervorragende Möglichkeit, um das B-Boying, Locking, Krumping, Popping und auch Jumpstyle zu lernen.
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Und wie ist die Resonanz? Bekommt ihr viel Feedback? Sprich kommen viele neue Leute dazu um etwas zu lernen?
Die Gruppen sind immer gut gefüllt. Tanz und insbesondere Hip Hop ist ja immer angesagt.
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Und was ist für euch, das nächste Ziel das ihr euch gesteckt habt?
Die Ziele sind sicherlich individuell sehr verschieden. Viele von uns haben ja auch Familie und einen Hauptberuf. Meist gibt es das Problem die individuellen Ziele und das Gruppenziel zu einem gemeinsamen Ziel zu formen.
Ich denke das übergeordnete Gruppenziel ist, solange wie möglich als Gruppe Nonstop Soul zu bestehen und das B-Boying so weiterhin in die Welt zu tragen und somit das B-Boying und den Tanz am Leben zu erhalten.
Das wäre schon Ziel genug.
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Dafür wünschen wir euch viel Erfolg und Danke für das Interview.



