Breakdance August 2009 – Dirty Hands

1. August, 2009 

Nachdem Wir in der 2ten Ausgabe erfahren haben woher Breakdance überhaupt stammt und in der 1ten Ausgabe Deutschlands nördlichste Breakdance-Crew im Interview hatten wandern wir für die 3te Ausgabe über die Schweizer Alpen um zum Interview mit den Jungs von Dirty Hands zu kommen. Wir hoffen sie verstehen unser Hochdeutsch und schauen mal was sie uns so zu sagen haben. Checkt es aus…

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Guten Tag – ich hoffe ich kann auch ohne Schweizerdeutsch zu schreiben mit euch kommunizieren, also Jungs stellt euch doch am Besten mal eben selbst etwas vor.

Hallo allerseits, wir sind die dreiköpfige Breakdancecrew „Dirty Hands” aus Baar in der Schweiz. Vor 6 Jahren haben wir unser Hobby zum Beruf gemacht und treten seither an verschiedensten Anlässen auf, leiten unsere eigene Breakdanceschule und bieten Workshops für alle möglichen Institutionen an.

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Auf eurer Website (www.dirtyhands.ch , Anm. d. Red.) heißt es so schön poetisch „Die Musik ist dabei ihr Pinsel, ihre Bewegungen die Farben und die Bühne ihre Leinwand.” Also seht ihr Breakdance als Kunst an?

Gute Frage. Breakdance oder besser B-Boying/B-Girling kann vieles sein: Kultur, Philosophie, Religion, Sport, Kunst, Wissenschaft, etc. Grundsätzlich sehen wir alle kulturellen Ausdrucksformen wie Tanzen, Singen, Malen, etc. als Kunst an. In unseren Augen kommt Kunst von Können. Es hängt halt ganz davon ab, wie man Kunst definiert.

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Was mir auf eurer Website aufgefallen ist nachdem ich sie mir angeschaut habt – bei 2 Programmen habt ihr auch ein Video dabei um das Programm genauer vorzustellen. Was ich mich jetzt da frage – Engt euch das nicht zu sehr ein – wenn ihr einen festen Programmablauf einhalten müsst?

Eine choreographierte Show bietet in erster Linie mehr Unterhaltung für den Zuschauer. Dabei ist es uns möglich, Musikspielereien und kreative Ideen mit einzubringen, dies macht die Show kurzweiliger. Wir tanzen auch gerne Freestyle, meistens zeigen wir jedoch Programme mit festem Ablauf, da dies beim Publikum besser ankommt. Wir haben dabei jedoch immer die Möglichkeit, neue Bewegungsabläufe zu integrieren.

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Seit ihr denn sagen wir „nur” buchbare Breaker oder tretet ihr auch noch bei Wettkämpfen an?

Da wir in erster Linie von Auftritten leben bleibt uns an Wochenenden kaum Zeit um an Wettkämpfen teilzunehmen. Wir nehmen der Freude halber hin und wieder an Battles teil, uns geht es jedoch nicht darum uns zu beweisen.

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Und was sind eure größten Erfolge?

Wir können vom Tanzen leben, das ist wohl der grösste Erfolg. Einige unserer Schüler unterrichten mittlerweile sogar schon selber. Zudem haben wir einige Schweizer Showpreise gewonnen und Mark steht mit seinem „Reverse Elbowspin” im Guinness Buch der Weltrekorde.

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Ihr habt auch eine eigene Breakdance-Schule wie kann ich mir das genauer vorstellen?

Wie jede andere Tanzschule. Die Teilnehmer besuchen jede Woche eine oder mehrere Lektionen. Zudem gibt es jeden Sonntag ein freies Training, in welchem die Teilnehmer an sich arbeiten können. Wir vermitteln den Teilnehmern die Grundlagen und versuchen, sie zu eigenständigen Tänzern auszubilden.

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Und wie ist die Resonanz? Bekommt ihr viel Feedback? Sprich kommen viele neue Leute dazu um etwas zu lernen?

Die Resonanz ist gross. Momentan unterrichten wir in 24 Lektionen pro Woche ca. 160 Personen im Alter von 6 bis 56 Jahren. Die Tendenz ist steigend.

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Ihr gebt zusätzlich zu dem Unterricht in eurer Schule auch Workshops und mir ist der Satz aufgefallen „Ziel von Dirty Hands ist es, mehr Tanz und Bewegung in die Gesellschaft zu bringen.” – Gibt es also zu viele schlechte Tänzer in der Gesellschaft oder anders gesehen zu wenig Gute?

Nein, das wollen wir damit nicht sagen. Es gibt sehr viele grossartige Tänzer überall auf der Welt. Wir wollen einfach möglichst viele Leute zum Tanzen motivieren. Wir leben in einer Zeit des Konsums. Wir versuchen, die Leute mal vom Fernseher wegzuzerren und sie dazu zu bringen, selbst aktiv zu werden und etwas zu kreieren.

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In euren Dates kann man sehen das ihr quasi bis November etwas zu tun habt. Überlegt ihr euch für jeden Event etwas Neues? Oder spontane Einlagen? Und vor allem seid ihr nur in der Schweiz unterwegs oder auch länderübergreifend?

Meistens zeigen wir unsere fixen Programme. Wenn es sich gerade anbietet, versuchen wir etwas zur Veranstaltung Passendes in die Show zu integrieren.
Wir sind in erster Linie in der Schweiz unterwegs. Im eigenen Bett schläft es sich ohnehin am Besten . Hin und wieder sind wir jedoch auch im Ausland.

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Und was ist für euch, das nächste Ziel das ihr euch gesteckt habt?

Momentan sind wir gerade daran, eine Schulaufführung zu planen. Zudem sind wir auf der Suche nach einem grösseren Tanzlokal, um den Teilnehmern mehr bieten zu können.

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Ihr seid nun fest im Bereich Breakdance welcher ebenfalls zu einer der 4 Säulen des Hip Hop gehört – aber inwiefern interessieren euch die anderen 3 Säulen und wie sieht die Hip Hop Szene in der Schweiz aus?

Wir sind eigentlich nur am Tanzen, wobei Michael sich gerade ein Wenig im DJing versucht . MCing und DJing sind ohnehin immer um uns herum, sobald wir unseren Ghettoblaster aufdrehen. Zudem kommen wir natürlich durch unsere Tätigkeiten mit vielen Vertretern der anderen Elemente in Berührung. Wir sind auch hin und wieder auf Hip Hop Jams, wo wir gerne ein Wenig vor den bunten Wänden verweilen.

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Würdet ihr sagen in der Schweiz sind manche wird Hip Hop anders angesehen oder genießt ein anderes Ansehen als zB in Deutschland – Wo jeder der sich nicht mit Hip Hop auskennt denkt das Hip Hop nur aus „Ey Yo” und „Ich bin Gangsta” besteht?

Wir denken da besteht kein Unterschied zu Deutschland. Die Wenigsten wissen, was Hip Hop wirklich ist. Die kennen das halt bloss von MTV und denken, Leute die mit breiten Hosen am Bahnhof herumlungern wären Hip Hopper. Wobei diese ja meist bloss Rap konsumieren und selbst gar nicht aktiv an der Kultur teilnehmen.

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Dann hoffen wir, dass ihr weiterhin Erfolg habt und ihr auch nen bissl Promo für uns in der Schweiz macht ;) – und bedanken uns für das Interview.

Besten Dank zurück, das machen wir! Peace, unity, love and havin` fun