Amewu – Entwicklungshilfe
29. Mai, 2009

Amewu - Entwicklungshilfe
Tracklist:
1. Intro
2. Maschine
3. Viele Rapper
4. Einzelkampf
5. Get Rich
6. Image feat. Team Avantgarde und Wakka
7. Universelle
8. Finsternis
9. Land Der Freshness
10. Freak feat. Wakka
11. Thin Line feat. Wisdom & Slime, Werd
12. Sterben
13. Wasauchimmer
14. Freiheit feat. Chefket
15. Hoffnung
Der Berliner Rapper Amewu, auch als Halbgott bekannt, ist jetzt schon seit über 10 Jahren am Mic aktiv. Erstaunlicherweise ist „Entwicklungshilfe” sein Erstlingswerk. Vorher machte er sich vor allem als begnadeter Freestyle MC mit beeindruckender Technik und enormen Live-Qualitäten einen Namen.
Gründe für die lange Phase ohne Album werden sofort im Intro von „Entwicklungshilfe” geliefert: „Ich bin unverbesserlicher Studiohasser aber dafür Live MC, wenn ich die Bühne betrete, kennt mich zwar keiner, aber wenn ich erstmal anfange, dann kreischen sie!”. Trotz dieser Abneigung gegenüber dem Rappen im Studio liefert Amewu ein überraschend gutes Album ab. Technisch perfekt rappt er, wie eine „Maschine”, seine Doubletimeabfahrten an einem Stück ein, was bei vielen anderen Rappern nicht selbstverständlich ist. Diese Technik nutzt er nach eigener Aussage gern als Mittel zum Zweck, um seine Inhalte zu präsentieren und zu verbreiten, welche von Sozialkritik über Selbstreflektion bis hin zur Kritik an inhaltslosen und imagebehafteten Rappern, ohne dabei Namen zu nennen, viele inhaltliche Aspekte abdecken. Diese kritische und reflektierende Einstellung erkennt man unter anderem in der Hook von „Einzelkampf”:„Ich bleibe ungemütlich, weil ich es will, du sagst ich kann so nichts ändern, aber ich bleibe gechillt, denn dieser Sound fließt durch die Straßen und verändert Details, ich weiß wie mein Wirken aussieht und erkenn es bereits.”
Auf „Freak” flowt Amewu in Höchstform über einen entspannten Klavierbeat, in „Finsternis” hat der Beat gewisse Drum n’ Bass Elemente und in der Video-Auskopplung „Universelle” demonstriert er seine ungeheure Rapgeschwindigkeit auf einen Streicher Beat. „Wasauchimmer”, welches Amewu selbst produziert hat, zeigt in einem kurzen Live-Ausschnitt am Ende, dass er diese Flowpräzession auch Live fehlerfrei präsentieren kann.
Fazit: Im Allgemeinen bietet Amewu viel Erfrischendes und Neues, sowohl bei Lyrics, Raps und Beats. Diese Aspekte machen ein gutes Album aus, was aber „Entwicklungshilfe” zu einem der besten Alben der letzten Jahre macht, ist die Ehrlichkeit und Authentizität, die ich fühlen kann. Einige Hörer könnten mit der Zeit die Schnelligkeit seiner Raps kritisieren, da diese dadurch monoton und ermüdend wirken könnten. Dies ist bei mir allerdings kaum der Fall. Mit „Entwicklungshilfe” schickt Amewu definitiv schon sehr früh im Jahr einen heißen Kandidaten auf das Album des Jahres ins Rennen.
Bewertung:

Hörproben von Amewu:
von Kri Bongo
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