Afrob – Der Letzte seiner Art – Exklusivinterview
13. August, 2009
Mit dem vierten Album “DER LETZTE SEINER ART”, auf dem zahlreiche Freunde und alte Kollegen, wie z.B. DEAN DAWSON, CASSANDRA STEEN, BRIXX und natürlich auch SAMY DELUXE zu hören sein werden, gibt uns AFROB seine Definition von Klartext. Denn Rapper mit aufrichtiger Attitüde haben sich rar gemacht – umso mehr hebt sich AFROB als “DER LETZTE SEINER ART” vom Rest der hiesigen Musiklandschaft ab. Wie immer präsentiert sich AFROB mit gewohnter Power in Stimme und Aussage. Straße trifft Intellekt. Das Album musikalisch in eine Schublade zu stecken wird dem vielschichtigen Geniestreich nicht gerecht. Eines steht fest: AFROB bleibt sich auch hier treu und verbindet Gegenwart und Zukunft soundtechnisch, so stilsicher, dass es keinen zweiten seiner Art geben kann.


[FLASHBACKMAG] Moin Moin, erstmal Danke, dass du dir Zeit nimmst für ein Interview mit uns. Am 04.09.2009 kommt dein neues Album „Der Letzte seiner Art”. Wie würdest du selbst dein Album beschreiben?
Afrob: Es ist das aufgeräumteste Album.Man merkt einfach, dass ich mit allem meinen Frieden gemacht habe ohne den Kopf in den Sand zu stecken.Und ich unterstreich meine Einzigartigkeit. Musikalisch is es wie immer…vom Allerfeinsten.
[FLASHBACKMAG] Der Albumtitel lautet „Der Letzte seiner Art”. Was möchtest du damit ausdrücken? Oder steckt kein tieferer Sinn dahinter?
Afrob: Damit unterstreich ich meine Einzigartigkeit. Keiner ist so wie ich bin, nicht so wie Andere. Es steckt immer ein Sinn hinter dem Albumtitel. Ich vertrete eine Generation, die eine ganz andere Definition von Hip Hop hat, als viele Neue. Wir sind, glaub ich, die Letzten die 4 Elemente von Hip Hop wahrgenommen und respektiert haben. Von denen gibt es immer weniger. Also sinnloser Albumtitel!
[FLASHBACKMAG] Ist 2009 das deutsche Hip Hop Jahr? Du bringst ein neues Album raus, Samy hat ein neues Album rausgebracht, Max Herre wird ebenfalls ein neues Album releasen. Also 2009 ein gutes Jahr für den deutschen Hip Hop?
Afrob: Keine Ahnung. Don’t call it a Comeback.
[FLASHBACKMAG] Wie siehst du im Allgemeinen die Entwicklung des deutschen Hip Hops?
Afrob: Positiv!!Immer weiter so!
[FLASHBACKMAG] Kommen wir zum eigentlichen Thema deinem Album zurück. Du hast auf deinem Album 9 Featuregäste u.A. Samy Deluxe, Cassandra Steen, Dean Dawson, aber auch Newcomer wie Jayson Biggz. Wie kam es zu der Auswahl an Gästen auf deinem Album?
Afrob: Die Auswahl ergibt sich bei mir immer zufällig. Es gibt keinen Stammplatz
Manchmal ist es einfach die Verfügbarkeit oder der Moment.
[FLASHBACKMAG] Den ersten Albumtrack „Wo sind die Rapper hin?” gibt es als Free-Download. Warum?
Afrob: Warum nicht? Show some love. Ich wollte einfach en Zeichen setzen. Der Song an sich wär als Single nicht vermittelbar gewesen. Aber ich fand ihn überdope. Und da ich ja die Entscheidung treffen kann, hab ich es einfach gedreht.

[FLASHBACKMAG] Wird es von dem Album denn auch einzelne Singlereleases geben?
Afrob: Ja natürlich.
[FLASHBACKMAG] Ich möchte nun auf ein paar Tracks genauer eingehen der erste davon ist „Wo sind die Rapper hin”. Ein harter Beat und ein Afrob der sich selbst glorifiziert. Was auch direkt in den 2ten Track „Wat is los” (Featuregast – Lisi) übergeht. Passen die Tracks genau zum Titel des Albums? Sprich ist es wieder an der Zeit seinen Swagger rauszuholen und zu sagen – Ich bin der Beste?
Afrob: Ja für mich schon. Ich musste mich einfach feiern lernen. Und nicht beim Haten mitmachen. Ich mein, am Ende hab ich den Leuten sogar recht gegeben, obwohl sie was mich angeht im Unrecht waren. Man glaubt mit der Zeit das, was man über Einen sagt. Ich bin kein Ökorapper, aber auch kein Thug. Aber Rap ist nun mal kein Kinderfasching. Und da geht man nun mal auch mal unsachlich auf Konfrontationskurs.
[FLASHBACKMAG] Der nächtste Track ist „Schnelle Nr.”. Ausgestattet mit einem Up-Tempo Elektrobeat mit den Features von Brixx & Dean Dawson ein möglicher Clubbanger. Gerade du bist ja bekannt für deine Clubbanger Hits wie „Reimemonster” und dem ASD Hit „Sneak Preview” (Zum Thema ASD kommen wir später). Würdest du sagen, der Track wird sich in die Reihe einorden? Und hast du dir beim Konzept des Albums vorgenommen verschiedene Bereiche abzudecken?
Afrob: Nein wird er nicht. Ich hoffe er wird es auch nicht. Ich bin es auch leid, dass alles auf Reimemonster etc. reduziert wird. Schnelle Nummer ist was ganz anderes. Das einzige was die gemeinsam haben ist… das ein DJ sich genötigt fühlen wird die Platte zu spielen.
[FLASHBACKMAG] Jay-Z ließ Autotune sterben. Auf deinem Track „Babygirl” holst du aber im Chorus den Autotune raus. Meinst du nicht, dass es langsam genug Autotune Tracks gibt? Oder gibst du darauf nichts, weil du einfach dein eigenes Ding machen willst?
Afrob: Na ja, dazu sollte man wissen: “Was ist eigentlich Autotune?” – Und ich hab keinen Autotune Song auf meiner Platte.
[FLASHBACKMAG] „So lange her” ist der 2te Track auf dem Lisi mit drauf ist. Du hast auch an ihrem Debut-Album „Eine wie Keine” mitgearbeitet. Kamen dadurch auch die Features für dein Album zustande?
Afrob: Ich bin Fan! Ich glaub ich bin der größte Lisi Fan. Sie war auch schon auf dem letzten Album von mir drauf. Da auch schon mit 2 Songs.
[FLASHBACKMAG] Im Track „Sie, Ich & Sie” (featuring Cassandra Steen) geht es um eine Ex-Freundin, die auf Stalker macht und dich nur terrorisiert. Eine wahre Geschichte?
Afrob: Es sind sogar 3 wahre Geschichten
– Wollte nicht alles auf Einer abladen.
[FLASHBACKMAG] Der Track danach läuft eigentlich nach dem Motto „Wer hätte das gedacht?”, da er auf den Namen „ASD Comeback” hört. Zusammen mit Samy Deluxe hast du ja 2003 das Team „ASD” aus der Taufe geholt und mit Ihm zusammen gleichzeitig auch eine erste Akzeptanzwelle in den USA für deutschen Hip Hop losgetreten. Warum kam nachdem Album nichts mehr?
Afrob: Keine Zeit. Aber dieses 2 Album schwebt wie ein Geist über uns. Mal gucken was passiert.
[FLASHBACKMAG] In dem Track selbst sprecht Ihr von dem Thema „ASD – eure Lieblingspartei” – also wann wird sie gegründet
?
Afrob: Wenn wir das täuschungsfähige Alter erreicht haben – aber mehr als die SPD holen wir allemal.


[FLASHBACKMAG] Können sich eure Fans denn in Zukunft über ein 2tes Crew Album freuen? Also ein neues ASD-Album in Planung?
Afrob: Wie gesagt…kommt Zeit, kommt Rat. Oder Text
[FLASHBACKMAG] Zurück zu deinem Album – „Allein” ein sehr deeper Track, in dem Du berichtest, dass du alles verloren hast – deine Frau und dein Haus. Ist es eine wahre Geschichte und vielleicht auch der Grund, warum 4 Jahre von Dir nichts kam?
Afrob: Also mehr kann man nicht erzählen.. alles andere wäre mehr als ich preisgeben wollte. Ja es ist zum Teil wahr. Und das war auch mitunter der Grund warum ich solange gebraucht habe. Aber nicht nur.
[FLASHBACKMAG] Der Track „Spektakulär 2009″ ist der letzte Track vom Album, aber auch einer der Gründe sich das Album bis zum Schluss anzuhören. Ein fresher Beat, dazu ein Afrob in Höchstform. Wie siehst du den Track?
Afrob: Hmm, dein Statement ist sehr interessant. Also, dass der Song letzter wurde ist reiner Zufall gewesen. Der Track ist ein Abschied an meine Spectakulät Geschichten die mich ja bei jedem Album begleitet haben. Schluss aus und vorbei. Alles ist gut, alles wird gut.
[FLASHBACKMAG] Wenn wir schon beim Thema „Spektakulär 2009″ sind, was dürfen wir in ´09 noch von dir erwarten? Wird eine Tour kommen?
Afrob: Ne kleinere Clubtour auf jeden Fall. Mal schauen wenn, alles klappt bin ich mit Kollegen auf Tour
[FLASHBACKMAG] Wir bedanken uns, das Du dir die Zeit genommen hast für das Interview und wünschen dir viel Erfolg mit dem Album und das wir bald wieder mehr von Dir zu hören und sehen bekommen.
Afrob: Vielen Dank euch allen.
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